D- MEEX

Motorschirmfliegen

Pilot

Name: Frank Werner
Geburtstag: September 1964
Gleitschirm: Juli 1996
Motorschirm: Juli 2009

 

Startgelände

Wo starten?

Nach der Ausbildung und dem Kauf meiner Ausrüstung stellte sich die Frage: "Wo kann ich denn nun fliegen?" Ok, vielleicht hätte ich diese Frage vor dem Kauf des Fliegers klären sollen, aber ich war der Meinung, das es ja nicht so schwer sein sein könne ein passendes Startgelände zu finden. Zumal es in der Umgebung mindestens drei Segelflugplätze gibt.

Meine Idee war: Bei schönem Wetter mit dem Flieger im Gepäck zum Flugplatz, ein paar Euro Startgebühr abdrücken, ein paar Stunden fliegen, und dann wieder nach hause fahren.

Flugplätze

Bei einem Flugfest auf dem ersten Segelflugplatz habe ich Kontakt zu den dortigen Piloten aufgenommen. Bei diesem Gespräch ist mir sehr schnell aufgefallen, daß Segelflieger eine eingeschworene Gemeinschaft sind und das sie Motorschirmflieger eigentlich nicht mögen. Ich gehe mal davon aus, daß das ganz sicher nicht überall so ist, aber auf diesem Flugplatz ist mir das jedenfalls so vorgekommen. Vielleicht hatte ich diesen Eindruck auch nur, weil ich persönlich nicht so der Vereinsmensch bin und auf ein Vereinsleben keine Lust habe. Ich wollte dort nur starten und landen dürfen. Das wäre aber nur möglich, wenn ich Mitglied in diesem Segelflugverein würde. Der Mitgliedsbeitrag sollten mehrere 100 € im Jahr sein, zuzüglich irgendwelcher Arbeitsstunden. Und das für ein paar Starts und Landungen im Jahr. Nein Danke.

Ein zweiter Segelflugplatz, der zwar etwas weiter entfernt ist, wäre eine Alternative gewesen. Dort führt eine Gleitschirm-Flugschule Ausbildungsflüge an der Seilwinde durch. Zu dem Inhaber und Fluglehrer dieser Flugschule habe ich einen guten lockeren Kontakt. Liebe Grüße an dieser Stelle. Dieser Fluglehrer fliegt ebenfalls ein Motorschirmtrike und so kam es, daß ich in seiner Anwesenheit ein paar mal auf diesem Flugplatz gestartet bin. Auf eine erste Anfrage an den Segelflugverein, ob ich auf diesem Flugplatz auch ohne einen Startleiter starten kann, erhielt ich die Antwort, daß dies nur möglich sei, wenn ich Mitglied in diesem Verein bin. Allerdings sollte eine passive Mitgliedschaft ausreichen. Kosten: etwa 40 € pro Jahr. Na also, das wäre doch was. Also hab ich einen förmlichen Mitgliedsantrag gestellt. Dann passierte gar nichts ... überhaupt nichts. Ich hätte erwartet, daß ich eine Bestätigung oder einen Mitgliedsausweis bekommen würde. Oder daß wenigstens der Mitgliedsbeitrages von meinem Konto abgebucht würde. Aber: Nichts. Nachdem ich dann beim Vorstand dieses Vereins nachgefragt habe, sagte man mir, daß das ganze so einfach nicht sei. Ich müsse ein aktives Mitglied sein, um ohne Startleiter starten zu dürfen. Und dafür sei der Mitgliedsbeitrag dann mehrere 100 € im Jahr. Na super.

Ein dritter Segelflugplatz in meiner Umgebung wird von einem Segelflugverein und einem Gleitschirmverein gemeinsam benutzt. In diesem Gleitschirmverein gibt es auch eine Menge Motorschirmpiloten. Perfekt. Das wird mein Startplatz, dachte ich. Auf eine Anfrage erfolgte dann die Ernüchterung: Leider könne man keinen Motorschirmpiloten mehr aufnehmen, weil es schon zu viele in diesem Verein sind. Dann eben nicht.

Ein eigener Startplatz

Es nützt alles nichts, ein eigener Startplatz muß her. Das kann doch nicht so schwierig sein. Ich habe mich im Internet in diversen Foren und auf vielen Homepages schlau gelesen. Es wurde von Erfolgen und Niederlagen berichtet. Es wurden viele interessante Tipps gegeben, wie man am Besten vorzugehen hat. Aus all diesen Informationen habe ich dann den kürzesten Weg gewählt:

  • Passendes Gelände suchen
  • Eigentümer fragen
  • Anfrage beim Regierungspräsidium
  • Fliegen
So der Plan. Mein Weg wurde dann etwas länger, nämlich:
  • Passendes Gelände suchen
  • Eigentümer fragen
  • Anfrage beim Regierungspräsidium
  • Neues passendes Gelände suchen
  • Eigentümer fragen
  • Neues passendes Gelände suchen
  • Eigentümer fragen
  • Anfrage beim Regierungspräsidium
  • Fliegen

Es war gar nicht so einfach ein passendes Startgelände in meiner Umgebung zu finden. Nachdem ich dann aber mit viel Rumfahren und Auswerten von Satellitenbildern eine schöne Wiese gefunden hatte, habe ich den Landwirt ausfindig gemacht, dem diese Wiese gehört. Ich habe ihn aufgesucht und von meinem Vorhaben erzählt. Er hatte keine Einwände und so konnte ich einen Antrag beim Regierungspräsidium in Kassel stellen.

Das war problemlos per Mail möglich. Die Mitarbeiter im Regierungspräsidium fragen dann alle zuständigen Stellen, ob irgendetwas dagegen spricht und erteilen dann eine Außenstart und -landegenemigung nach §25 Luftverkehrsgesetz. In meinem Fall hatte die obere Naturschutzbehörde Einwände, weil das Gelände in einem avifaunistischen Schwerpunktgebiet liegt. Weil mir die Natur tatsächlich ebenfalls sehr wichtig ist, konnte ich diese Einwände durchaus nachvollziehen. Netterweise hat mir die obere Naturschutzbehörde gleich eine Landkarte mitgeschickt, in der die schützenswerten Gebiete eingezeichnet waren. So konnte ich die Suche nach einer Alternative deutlich einschränken.

Für eine zweite infrage kommende Wiese hatte der Eigentümer leider kein Einverständnis gegeben. Pech gehabt. Aller guten Dinge sind drei :-)

Die dritte Wiese, die ich gefunden hatte, ist riesengroß und als Start- und Landeplatz für mich perfekt. Sie liegt nord-westlich von Borken-Haarhausen. Es gibt keine Hindernisse in unmittelbarer Nähe und ich kann in jede Richtung starten und landen. Nachdem ich den Eigentümer ausfindig gemacht hatte, konnte ich ihn davon überzeugen, daß ich keinen Schaden anrichten werde. Ich habe ihm auch versprochen, daß ich dort nur starte, wenn das Gras nicht zu hoch ist.

Flux habe ich diese neue Wiese beim RP beantragt und kurze Zeit später habe ich eine Erlaubnis für Außenstarts und -landungen erhalten. Ich habe ein paar Auflagen einzuhalten, die für mich aber kein Problem darstellen. So darf ich zum Beispiel den nahegelegenen Borkener See nur in einer Höhe von mindestens 200 m überfliegen und muß zu Zeiten des Vogelfluges im Frühjahr und Herbst das nahegelegene Naturschutzgebiet meiden. Auch darf ich die An- und Abflüge nicht über Wohngebiete durchführen und muß jeden Flug vorher beim nahegelegenen Militärflugplatz Fritzlar anmelden.

Mit diesen Auflagen kann ich gut leben, zumal sie für mich durchaus einleuchtend sind. Nun kann ich fliegen wann ich will (fast jedenfalls, solange das Gras nicht zu hoch ist) Bisher sind mir auch noch keine Klagen gekommen.

Weil die Außenstart und -landeerlaubnis nur für mich persönlich gilt und weil ich dem Eigentümer der Wiese versprochen habe, daß ich dort nur ganz alleine fliege, kann ich leider keine Gastflüge anbieten.

An dieser Stelle eine Bitte: Falls sich jemand durch meine Fliegerei gestört fühlt, so möge er mir das bitte mitteilen. Anruf oder E-Mail genügt. Ich versuche dann das entsprechende Gebiet zu umfliegen.

 
 
Frank Werner



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